Die bisherige Saison der ersten Herrenmannschaft, das ist vor allem auch ein echter Hingucker für alle Statistikfans. „Wir sind die einzige Mannschaft, die sowohl zuhause als auch auswärts genau ein Spiel verloren und zudem zuhause schon zweimal Unentschieden gespielt hat“, hat Computertüftler Oliver Küssner ausgerechnet. Am vergangenen Wochenende arbeitete der RSV weiter an der unglaublichen Serie: Einem 8:8 gegen Nassau folgte ein 9:3-Erfolg gegen Albersweiler. „Langsam wird es unheimlich“, schmunzelt RSV-Vizeabteilungsleiter Steffen Nagel. Die Klein-Winternheimer haben sich im Ligamittelfeld fest gebissen, liegen punktemäßig im Soll. ttimrsv.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Wochenende.
War das verdient?
Was jetzt? Nassau oder Albersweiler? Da muss man schon genauer nachfragen. Stellen Sie sich mal vor, Sie sagen im Reisebüro: Oh, ich würde so gerne mal nach Nassau, und eigentlich wollen Sie schön in die Karibik auf die Bahamas, Sonne, Shots und saure Zungen, und dann landen Sie im Westerwald bei Bratkartoffeln mit Spiegelei, und draußen nieselt es. Eventuell kommt dann noch Chen Zhibin vorbei und kichert („LOL!“).
Ist ja auch egal. Wer hat denn geil gespielt?
Chen Zhibin. Gewann viermal im Einzel, zweimal im Doppel. Größere Schwierigkeiten gegen Albersweilers Gässler, musste einem 0:2 hinterherlaufen. Bog die Partie dank Verscoaching von der Bank („Noch mehr Spin, Chen Zhibin“). Fehlt allerdings zum Hinrundenende, fliegt in die USA. Wahrscheinlich wieder so eine Ungenauigkeit im Reisebüro. „Dabei habe ich eindeutig ´Weitefeld-Langenbach´ gesagt“, so der Wahl-Klein-Winternheimer entschuldigend. Lag aber ohnehin falsch: Ist ein Heimspiel.
Was war mit Yves Besier los?
Verlor am Samstag zweimal glatt mit 0:3, ohne einen einzigen Punkt gemacht zu haben. Wirkte abwesend. „Da war der Wurm drin“, bekennt der Südafrikaner. „Ich habe in den entscheidenden Situationen keinen Ball auf den Tisch bekommen. Dabei hatte ich meine Gegner am Anfang eigentlich total im Griff“. Als Besier beim Stand von 0:2 Sätzen und 0:3 Punkten endlich einmal dran war, versagten die Nerven: Statt einem kurzen Aufschlag kaufte sich Besier ein weiteres Wurstbrötchen.
Wer denkt sich diese verrückten Doppeltaktiken aus? Und: Was geht denn eigentlich bei Nicolas und David ab?
Es ist mittlerweile zu einem festen Ritual geworden: Am Vorabend der Spiele findet sich die Familie Brusenbauch im heimischen Tischtenniskeller zusammen. Claus Brusenbauch hat auf einem Frühstücksbrett alle möglichen Doppelkonstellationen notiert, und dann imitiert jedes Familienmitglied einen Spieler (Henrik sogar zwei). Claus Brusenbauch selbst ist Chen Zhibin, „unsere Spielsysteme ähneln sich“. Dann werden einige Bälle gespielt. So hat Nicolas herausgefunden, dass er besonders gut mit seiner Mutter, sprich David, harmoniert. Und jetzt gewinnen die beiden ständig, sind nunmehr seit einem Spiel ungeschlagen, genauso wie im Einzel. Letztmalig haben die beiden Youngsters am 15. November verloren. „Langsam wird es unheimlich“, schmunzelt RSV-Vizeabteilungsleiter Steffen Nagel
Wann endet der Streik von RSV-Lokführer Marco Gottwald?
„Am nächsten Sonntag“, kündigt der 31-jährige an.
Was hat es mit den Kärtchen auf sich, die Edelfan David Schöne neuerdings immer mit sich rumträgt?
„Das ist mein RSV-Quartett“, erklärt der Ultra stolz. Der 13-jährige hat in der Freizeit kleine bebilderte Karteikarten von seinen Vorbildern angefertigt. Verbringt mit der Zockerei angeblich ganze Wochenenden, zusammen mit seinen coolen Freunden Matthias Becker und Florian Oehme, bei Kakao und Keksen. „David ist vor allem bei Gewicht gut, Nicolas bei Größe, und ´Zimbo´ bei Hubraum“, verrät der Gymnasiast.
Sehr interessant. Aber jetzt mal: Wie sind eigentlich die einzelnen Spiele ausgegangen?
Kann man hier und hier nachgucken.
Zum Schluss: Täuscht der Eindruck, dass sich diese „Spielberichte“ immer mehr um Nebensächlichkeiten drehen, der eigentliche Spielverlauf hingegen in den Hintergrund rückt? Und stimmt es, dass „Legolas Brusentopf“ ein Anagramm von „Nicolas Brusenbauch“ ist?
Ja.
Von
David Weber